Der Change-Projekt-Ansatz in aller Kürze

  • Wir gehen von dem Befund des Epochenbruchs aus, der sich über die vergangenen Jahrzehnte erstreckt, mit der Abkehr von der tayloristisch-fordistischen Produktionsweise beginnt und bisher in der globalen  Finanzkrise gipfelt, unterwegs begleitet durch lean production, Zusammenbruch des staatssozialistischen Weltsystems, neoliberale Wende, Staatsverschuldungen, aber auch Öko- und Frauenbewegung.
  • Als übergreifende Paradigmen dieses Bruchs haben sich für die Arbeitswelt Subjektivierung, Entgrenzung und (indirekte) Marktsteuerung durchgesetzt.
  • Sie bewirken einen weitgehenden Abbau der Institutionen der Arbeit zugunsten marktökonomischer Einbettung.
  • Der Epochenbruch macht es erforderlich, alle bisherigen Vorgehensweisen zu überprüfen; dies gilt auch für die wissenschaftlichen Methoden vor allem in interdisziplinäre Verbünden, wollen sie ihre Gültigkeit behalten.
  • Für die Arbeitsforschung bedeutet das, die subjektrelativen Aspekte zu stärken und neue Formen der Einbettung dafür zu finden und zu entwickeln.
  • Wichtig wird, zu erkennen, dass wir es  mit der Konfliktlage zweier praktischer Rationalitäten von Arbeit und Wirtschaft zu tun haben, die im Widerstreit liegen, und sich weniger in kollektiven als in individuellen verdeckten Konflikten äußern.
  • Psychosoziale Belastungen/Burnout kennzeichnen derartige Konfliktlagen, die zum "erschöpften Selbst" führen.
  • Die Fragen der (positiven) Autonomie der Arbeitenden und ihrer Kooperationszusammenhänge spielen bei einer Konfliktlösung eine große Rolle;
  • (Positive) Autonomie heißt Aktualisierung, Bestätigung und Erweiterung von Arbeitsvermögen zur Bewältigung der typischen Arbeitssituationen; dazu gehören die nötigen Kapazitäten, Kompetenzen, Können und Erfahrungen usw.
  • Die Frage der Anerkennung, über humane Lohn-Leistungsrelationen und (menschen-) gerechte Arbeits(zeit)gestaltung ausgedrückt, spielt zukünftig im Verhältnis Arbeit-Wirtschaft eine herausragende Rolle.
  • Über ein Simulacrum-Erklärungsmodell wird in Kooperation mit Partnerinstituten eine neue Grundlage für interdisziplinäres Eingreifen zur menschengerechten Arbeitsgestaltung in diesem widersprüchlichen Feld geschaffen.
  • Das Leitbild Care stiftet dazu den nötigen übergreifenden ökosozialen Zusammenhang (Nachhaltigkeit, Solidarität, Empathie).