Es werden Handlungshilfen zur Begleitung und Gestaltung mitarbeiterorientierter Change-Prozesse entwickelt.

Grundlage dafür sind Sammlung, Bilanzierung und Aufbereitung integrationsfähiger betrieblicher Gestaltungslösungen und transdisziplinärer Umsetzungen von (im weiten Sinne)arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zum Abbau von psychosozialen Gefährdungsfaktoren und zur Förderung der Entwicklung der Persönlichkeit in betrieblichen Veränderungsprozessen. 

Dazu sollen auch methodisch innovative Wege beschritten werden, indem neue Formen inter- und transdisziplinärer arbeitswissenschaftlicher Problembearbeitung nach dem Simulacrum-Modell (unter Beteiligung der betrieblichen Praxis) entwickelt und erprobt werden. Dies erscheint notwendig, weil bisher weder Einzeldisziplinen noch  arbeitswissenschaftliche Verbundstrukturen sich im notwendigen Umfang in der Lage zeigten, angesichts der Komplexität der Problemstellungen überzeugende Gesamtlösungen der Arbeitsgestaltung zu entwickeln und zu praxisgerechten Strategien zusammenzuführen.

Dazu wird zu Beginn, auf Basis einer grundlagentheoretischen Literaturrecherche, ein Problemszenario erstellt, dessen Leitfragen sich an den Hauptproblemfeldern, Bewältigungsszenarien und Wirkungsbeziehungen zwischen Reorganisation und psychosozialen Belastungen orientieren. Interviews mit Praktikern (Betriebsräten und Führungskräften) zu diesen Fragestellungen sowie eine Auswertung von aktuellen quantitativen Studien und Gesundheitsberichten unterstützen die Befunde und stellen ein erstes Zwischenergebnis und eine inhaltliche Hilfestellung für die nachfolgenden Schritte dar.

Im Sinne einer inter- und transdisziplinären Kooperation bilden in einem zweiten Schritt vier federführend beteiligte Institute unterschiedlicher Fachdisziplinen  eigene Arbeitsgruppen (Cluster) und erstellen jeweils einen Kurzbericht, der die disziplinären Ergebnisse abgleicht, kontroverse Felder der Arbeitsforschung versucht konstruktiv schrittweise zusammenzuführen und mögliche Zukunftskonflikte der präventiven Arbeitsgestaltung identifiziert und Eingriffsmöglichkeiten aufzeigt.

Am Schluss dieses Prozesses steht die abschließende Integration der Themenfelder und Synthetisierung der Gestaltungebenen, -bedarfe und –ansätze. In Arbeitsgesprächen mit Praktikern werden die Ergebnisse diskutiert und das Feedback wird auf die bestehenden Ergebnisse zurückgespielt. Als Ergebnis wird ein Szenario zur zukünftigen Ausgestaltung von Change Management-Prozessen zur Verfügung stehen, dass jetzt auch die inhaltliche Grundlage für die zu entwickelnden Produkte (Handlungshilfe, Seminar, Website) darstellt. Das Projekt will eine Wissenschafts-Praxis-Debatte über psychosoziale Belastungen in Change-Management-Prozessen fördern, in die betriebliche Praktiker und Multiplikatoren frühzeitig eingebunden sind. 

Die Kommunikation und Aufarbeitung aktueller arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse wird in enger Zusammenarbeit mit relevanten Programmen (wie z.B. INQA), wichtigen Verbänden, Netzwerken  und aktuellen Projekten erfolgen. Die Kommunikation mit Praktikern und der Transfer durch Seminare, Veranstaltungen, Workshops etc.  sind zentrale Bausteine im Projekt.