Kollaboration

Kollaboration bezeichnet die kooperative Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern, Projektgruppen, Unternehmen und deren Zulieferern und Partnern zur Optimierung der Wertschöpfungskette, wobei moderne Informationstechnologien eingesetzt werden und Ressourcen gemeinsam genutzt werden. Sie ist ein Hauptstellhebel zur Steigerung der Produktivität in der Industrie 4.0. Basis für Kollaborationen sind Kommunikation und Transparenz. Ziel ist die Überwindung veralteter (Kommunikations)Strukturen im Produktionsprozess.

Quelle: http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Collaboration-collaboration.html 
Weiterlesen: Gunther Schuh (2014): Steigerung der Kollaborationsproduktivität durch cyber-physische Systeme, in: T. Bauernhansel, H. Kagermann (Hrsg.) Industrie 4.0 in Produktion, Automatisierung und Logistik, Springer:Wiesbaden.

Komplexitätskompetenz

Aufgrund der Zunahme an Komplexität der Tätigkeiten wird der Umgang mit der Vermeidung von Störungen zu einer Zentralkompetenz industrieller Facharbeit. Als Elemente der Komplexitätskompetenz und damit als zukünftige Anforderungen für Produktionsmitarbeiter auf mittlerer Qualifikationsebene in der Industrie 4.0 gelten das analytische Denkvermögen, Systemkenntnisse, Modellvorstellungen sowie Wissen im Umgang mit unvorhersehbaren Situationen.

Weiterlesen: Ittermann, Peter, Jonathan Niehaus, Hartmut Hirsch-Kreinsen (2015): Arbeiten in der Industrie 4.0, Trendbestimmungen und arbeitspolitische Handlungsfelder, Gutachten für die Hans-Böckler-Stiftung: Eigenverlag.

Komponenten-Manager

Dieser Begriff bezeichnet die Organisatoren der Selbstverwaltung sowie des Zugriffs auf Ressourcen einer Industrie 4.0-Komponente. Eine solche Komponente ist ein weltweit eindeutig identifizierbarer kommunikationsfähiger Bestandteil von I4.0-Systemen mit digitaler Verbindung, z.B. eine Baugruppe, Maschine oder en Produktionssystem. Er dient der Erbringung von Diensten mit festgesetzten Quality of Service-Eigenschaften.

Quelle: VDI GMA: Statusreport Industrie 4.0 - Gegenstände, Entitäten, Komponenten. http://www.vdi.de/fileadmin/intranet/redakteur/downloads/VDI_Industrie_4.0_Komponenten_2014.pdf , April, 2014 (Seite 7ff.).

Lean Production

Der Begriff „Lean Production“, schlanke Produktion, entstammt einer MIT-Studie über japanische Automobilunternehmen. Sie zeigte dort eine von europäischen Unternehmen deutlich abweichende hoch systematisierte „schlanke“ Produktionsorganisation, die nicht als neue Rationalisierungsstrategie angelegt war, sondern als ein soziotechnisches System, für dessen zentrales Ziel des sparsamen und zeiteffizienten Einsatzes aller Produktionsfaktoren sowohl innovative Veränderungen entlang der Wertschöpfungskette gefördert als auch gleichzeitig alle werks-, lieferanten- oder kundenseitigen Unregelmäßigkeiten verringert oder vermieden werden sollten. Kernelemente der schlanken Produktion sind v.a. eine robuste Automatisierungstechnologie, hohe Prozesssicherheit und kurze Rüstzeiten, flache Hierarchien, Qualitätsmanagement und KVP sowie Just-in-Time-Produktion.
In den meisten Unternehmen kommen eher restriktive Mischformen der schlanken Produktion mit starker Prozess- und Qualitätsorientierung zum Einsatz, die den Beschäftigten eine obligatorische Autonomie einräumen (z.B. Reihenfolge von Tätigkeiten), aber keine Autonomie über die Arbeitsmenge o.ä. Rahmenbedingungen. Industrie 4.0 baut auf der schlanken Produktion auf und kann ihr neue Impulse geben, denn die entstehende Transparenz durch vernetzte Systeme unterstützt kontinuierliche Verbesserungsprozesse und z.B. auch die datentechnische Einbindung von Lieferanten und Kunden in die Wertschöpfungsketten.

Lernförderliche Arbeitsumgebung

Dynamischer Wettbewerb und damit verbundene neue Anforderungen stellen hohe Anforderungen an die Beschäftigten, ständig („lebenslang“) zu lernen. Fachliche, methodische und soziale Kompetenzen sind erforderlich, um mit den aus veränderten Arbeitsumwelten resultierenden Unsicherheiten umgehen zu können. Insbesondere arbeitsplatznahes Lernen oder Lernen im Prozess der Arbeit selbst fördert Kompetenzentwicklung. Basis der Konzepte zur Lernförderlichkeit in der Arbeit sind die Überlegungen von Hacker und Volpert, die sich mit der Entstehung und Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten befasst haben. Lernunterstützend wirken danach die Gestaltung von Arbeitsorganisation, Arbeitsumgebung und der Arbeitsplätze. Wertvolle Elemente der Arbeitsumgebung wären die Selbstständigkeit bei der Arbeit, Komplexität und Abwechslungsreichtum der Tätigkeit und die Beteiligung bei der Arbeitsgestaltung.

Weiterlesen: Hacker, W. (1995): Allgemeine Arbetispsychologie. 2. erw. Auflage, Schriften zur Arbeitspsychologie, Band 64, Bern:Huber

Volpert, W. (1974): Handlungsstrukturanalyse als Beitrag zur Qualifikationsforschung, Köln: Pahl-Rugenstein


Losgröße 1

Die Losgröße ist aus fertigungstechnischer Sicht die Auftragsgröße, die in einer Produktionsstufe ohne Unterbrechung durch die Produktion anderer Produkte und ohne Umrüstkosten durch andere Aufträge hergestellt wird. Ein idealtypisches Ziel der Industrie 4.0 ist die Ermöglichung der Losgröße 1 in industrieller Fertigung.